S.a.M. - Sailing and More
Ernestine
Ernestine

Technische Daten:

Baujahr: 1899

Länge über alles: 23 Meter
Breite: 5,2 Meter

Segelfläche: 200 qm

Fahrgebiet: überwiegend Ostseel

Kojenanzahl: 12
Tages- und Abendfahrtgäste: 22 Personen

Die „Ernestine“ wurde 1899 in Wollin im heutigen Polen gebaut und lief dort als sog. "Pommersche Quatze" mit einem Mast vom Stapel. 2 Jahre später wurde sie auf den Namen "Hildegard" getauft und segelte als registriertes Fischhandelsfahrzeug in der gesamten Ostsee. Bis zum 2. Weltkrieg fuhr sie in ihrer ursprünglichen Bestimmung als Fischtransporter, der die Ware lebend von den Fischerbooten aufnahm und in die großen Hafenstädte im In-und Ausland transportierte.
In den 50er fuhr sie als "WOG 100“ von Wolgast aus in ihrer ursprünglichen Bestimmung, bis es durch die Entwicklung von Trockeneis und motorisierter Seefahrt für Schiffe wie Ernestine keine Verwendung mehr gab. Ab 1960 fuhr sie immer noch als amtlich registrierte Quatze ab Rankwitz am Peenestrom. Damals wurden – nun motorisiert – Fische vornehmlich nach Berlin verbracht.
In den 70er Jahren wurde die Ernestine verkauft und nach Freest auf die Jahrling-Werft gebracht, wo der Rumpf bis auf wenige Hölzer in Eiche neu aufgebaut wurde, nun natürlich ohne Fischkasten (Deken). 1977 lief sie als „Ernestine“ vom Stapel und erhielt das Schonerrigg sowie einen Loskiel. Dieses Datum wird als zweites Baujahr im Schiffzertifikat angegeben. Die nächsten 2 1/2 Jahrzehnte wurden umfangreiche Umbauarbeiten durchgeführt. 1987 folgte der Umbau des Hecks vom Spitzgatt zum Spiegelheck, wobei sie um eineinhalb Meter verlängert wurde und einen kräftigen Ballastkiel aus Stahl bekam. Der Rumpf entsprach jetzt mehr dem Rigg und aus der ehemaligen Quatze wurde ein Schoner.
1996 ist „Ernestine“ an ein Architektenpaar verkauft worden, das das Schiff mit einem Innenausbau ausstattete. Der Sicherheitsstandard wurde für die Gästefahrt angepasst. In dieser Zeit fuhr „Ernestine“ bereits als Charterschiff vor Rügen. 2003 wurde „Ernestine“ als Konkursmasse angemeldet und fiel in Glückstadt an der Elbe in einen Dornröschenschlaf.
Im Frühjahr 2005 entdeckten die heutigen Eigner das Schiff und konnten es auf einer öffentlichen Auktion ersteigern. Seitdem wurde geslippt, das Deck zu Teilen neu verlegt, viele Notreperaturen für den Erhalt des Schiffes getan und – wie soll es anders sein – kilometerweise geschliffen und gemalt! Seit 2006 fährt Ernestine wieder mit Gästen auf der Ostsee, und wir haben unzählige Reparaturen am Rumpf sowie an Deck durchgeführt.
Im Winter 2006/2007 nahmen wir die Herausforderung an, aus dem Schoner "Ernestine" wieder einen Kutter mit einem Mast zu bauen, wobei die neue Besegelung der ursprünglichen Form des Quatzenriggs entspricht. 1998 wurden in Peenmünde neue Planken am Bug angebracht. 2008/2009 erfolgte der letzte große Umbau - die Freibordhöhe wurde um einen halben Meter angehoben und das Deck begradigt.