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Frieda

Technische Daten

Schiffstyp:
Segelschiff
Baujahr:
1909
Länge über alles:
23.6 m
Breite:
4.05 m
Segelfläche:
165 m2
Heimathafen:
Stade
Kojenanzahl:
0
Tages- und Abendfahrtgäste:
12
Fahrgebiete:
Elbe

Allgemeines

Die Frieda ist 1909 auf der Jungewerft in Wewelsfleth gebaut worden. Sie durchlief eine für Frachtsegler aus der Zeit typische Geschichte. Sicherte einer Schifferfamilie zwei Generationen lang das Einkommen, bis sich das nicht mehr rentierte. Danach ging der Giekewer Frieda umgebaut in eine größere Flotte über. Der Umbau des Schiffes erfolgte vom Einbau eines Hilfsmotors über Verlängerung und später der Entfernung des gesamten Riggs bis hin zum finalen Rückbau zum Segelschiff durch Liebhaber.

Jetzt segelt der Ewer weitestgehend im Originalzustand von 1909 und als bewegliches Kulturdenkmal geschützt in ihrem ursprünglichen Fahrtgebiet der Elbe. Ihren Heimathafen hat sie inzwischen im Stader Stadthafen unweit der Elbe gefunden. Gelegentlich können auch Gäste das Segeln wie vor 100 Jahren sowie die Natur in den kleinen Nebenarmen der Elbe erleben.

Der Giekewer FRIEDA segelt hauptsächlich auf der Elbe und macht das Segeln auf einem Frachtsegler wie vor 100 Jahren erlebbar. "Ewer" beschreibt einen hauptsächlich an der Elbe verbreiteten Schiffstyp, der sich hauptsächlich durch seinen flachen Schiffsboden und den damit verbundenem geringen Tiefgang auszeichnet. Sie hatten meistens Seitenschwerter um die Abdrift beim Segeln zu minimieren. Die Seitenschwerter hatten den großen Vorteil, dass kein Laderaum durch einen Schwertkasten verloren ging. Je nach Einsatzzweck variierten Größe und technische Details.

Länge und Breite war den Schleusen oder Flüssen angepasst, die die Schiffe befahren sollten. Frieda hat das Lägerdorfer Maß, das sich an den Abmessungen für den Breitenburger Kanal orientierte, ca. 17mx4,2m. Verbreitet war noch das Alstermaß mit ca. 20mx5m.

Eine weitere Unterteilung der Schiffe ergab sich aus der Art der Takelage. Die Besegelung wurde nach Vorlieben der Eigner gewählt. Entweder als Giekewer mit einem Mast und riesigem Großsegel oder aber Besanewer mit zwei Masten, was die Bedienung deutlich einfacher gestaltete.

So baute die Junge Werft auf gleiche Rümpfe mal einen Mast wie bei der Frieda oder aber zwei Masten wie bei ihrer 1 Jahr jüngeren Schwester Anna.

Ausstattung

 

 

Geschichte

1908 bestellte der Schiffer und Amerika Rückkehrer Claus Böhrgert einen Ewer bei der Jungewerft in Wewelsfleth. Er sollte die Abmessungen für den Lägerdorfer Kanal sowie 50t Tragfähigkeit haben.

Im März 1909 wurde das Schiff zu Wasser gelassen und auf den Namen Frieda getauft.

Die erste Reise endete bei Pagensand auf dem Grund der Elbe. Offensichtlich war, vor Anker liegend, Wasser durch eine nicht richtig geschlossene Lukenabdeckung gelaufen.

Die FRIEDA war mit 9000 Mark versichert, wurde abgeborgen und nach der Instandsetzung auf der Junge-Werft an die Schifferfamilie Barkmann verkauft.

Der neue Schiffer Theodor Barkmann ließ 1928 auf der Fack-Werft in Lägerdorf den ersten Schiffsmotor, einen 25 PS HMG Glühkopfmotor einbauen.

In den dreißiger Jahren wurde der Ewer FRIEDA mittschiffs um 8 m verlängert und die Seitenschwerter, der Klüverbaum und das Rigg entfernt.

Die Schifferfamilie Barkmann fuhr mit der FRIEDA Getreide, Kunstdünger, Zement und viele andere Güter überwiegend auf der Elbe, Weser und Ostsee.

Nach fast 50 Jahren wurde die FRIEDA im August 1958 wegen Unrentabilität aufgelegt und Otto Barkmann der sie von seinem Vater geerbt hatte setzte sich zur Ruhe.

Im Jahre 1959 kaufte die Hamburger Mineralölfirma Ernst Jung die FRIEDA und machte mit ihr unter dem Namen EJ 12 Versorgungsdienste für die Schiffe im Hamburger Hafen.

Die Firma Jung übereignete 1982 die EJ 12 an den Museumshafen Oevelgönne.

In den Jahren von 1983 bis 1986 wurde das Schiff mit viel Aufwand und Arbeitseinsatz von Grund auf restauriert. Bei der kleinen Werft Sietas an der Lühe wurde EJ 12 wieder auf Originalmaß verkürzt und nach alten Plänen aufgeriggt. Der Ewer bekam den ursprünglichen Namen FRIEDA zurück und segelt nun schon seit über 35 Jahren auf Elbe, Nord- und Ostsee.

2012 wurde sie vom Schiffbauingenieur und Schipper Jürgen Albers gekauft.

2023 Hat Maik Zeh das Ruder übernommen. Er ist schon sein ganzes Leben auf den alten Ewern unterwegs und kann nun das maritime Erbe für die nächsten Generationen lebendig erhalten.

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